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Auf den Nebenarmen der Mecklenburger Seenplatte |
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Geschrieben von Dieter Jarke & Christian Krolop
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25.01.2011 |
Auf den Nebenarmen der Mecklenburger Seenplatte
Törnbericht von Dieter Jarke und Christiane Krolop
Für die Urlaubstour wurde „Bonbon“ umgerüstet: Der Fahrradträger vom Heck wurde entfernt und dafür unser Schlauchboot auf der Badeplattform festgezurrt, die Fahrräder wanderten in die vordere Seereling .
Über die Fahrten auf der Wasser-Hauptader in Richtung Berlin und weiter über die Spree und Dahme bis nach Bad Saarow haben wir bereits berichtet. In diesem Jahr wollten wir alle Nebenarme der Mecklenburger Seenplatte erkunden. Die Anfahrt bis zur Müritz haben wir bereits in den vorherigen Berichten geschildert, wir werden uns daher in diesem Jahr nur auf die von uns neu befahrenen Gewässer konzentrieren.
Unsere Reise begann am 1. 7. 2010 um 16.20 Uhr mit auflaufendem Wasser über die Elbe in Richtung Hamburg, durch den Köhlbrand zur Oberelbe, mit der Übernachtungen in Bullenhausen, weiter zur Schleuse Geesthacht, und weiter bis Artlenburg. Dann über Hitzacker bis nach Dömitz. Dort durch die Schleuse in den Elde-Müritz Kanal. Dann Stopps in den Orten Grabow, Neustadt-Glewe, Parchim, Lübz, Plau am See, Malchow, nach Waren an der Müritz, wo wir am 12. 7. anlegten. Über Klink und Röbel an der Müritz weiter auf die kleine Müritz und dort in den 1. Nebenarm nach Buchholz. Buchholz hat nur einen kleinen Hafen, der vom Bootsverleih lebt, wir fanden hier wenig Interessantes, legten wieder ab und suchten uns einen Ankerplatz zum Baden. Das Wetter war nach wie vor warm mit 28 – 30°. Am 17.7. zog gegen Abend ei n Gewitter über uns, wir machten schnell alle Planen dicht. Nach dem Morgenbad, es war wieder trocken und warm, ging es weiter über die Müritz-Havel-Wasserstraße. Hinter Canon fuhren wir in den zweiten Nebenarm, in die Rheinsberger Gewässer. Weiter durch die Schleuse Wolfsbruch und vorbei an der gleichnamigen Marina. Dann über Zechliner Hütte und der Marina Rheinsberg bis in den Ort Rheinsberg. Dort machten wir um 15.00 Uhr fest. Anschließend per Rad Einkaufsbummel in Rheinsberg. Die Fahrräder sind für uns Transportmittel, Lastenesel und Erkundungsfahrzeug für die Umgebung. Ein Urlaubstörn ohne Räder würde nur halb so interessant sein. Zu einem Aufenthalt in Rheinsberg gehört auch eine Besichtigung des Schlosses aus dem 18. Jahrhundert und ein ausgedehnter Rundgang durch den Schlosspark zum Denkmal des Prinzen Heinrich . Die Rheinsberger Gewässer gelten als ideales Wassersportrevier und verfügen über ein verzweigtes Wasserstraßennetz mit den Seen: Rheinsberger See, Bikowsee, Zootzensee, und großer Zechliner See. Bei klarem Wasser, und wie jetzt, sehr warmen Temperaturen wird hier überall gebadet und geankert. Die Häfen werden nur für die Versorgung aufgesucht, man kann gut und gerne hier 1 Woche verbringen ohne dass es langweilig wird.
Am 22.7. haben wir die Rheinsberger Gewässer wieder verlassen. Zurück zur Müritzt-Havel-Wasserstraße bis Priepert. Von hier ging es dann weiter in den dritten Nebenarm über den Priepertsee in den Kammerkanal nach Wesenberg . Wesenberg ist ein netter kleiner Ort mit einer Burgruine aus dem 12. Jahrhundert. In dem kleinen Biergarten am Hafen löschten wir den großen Durst. Endlich ein kühles Bier bei der Hitze. Der Ort wird von Kanufahrern gerne aufgesucht, hier können sie direkt am Hafen unter dichten Bäumen ihre Zelte aufgeschlagen . Wasser und Strom ist am Hafen vorhanden. Danach ging es über den Woblitzsee und wieder über einen weiteren Teil des Kammerkanals zum Zierker See nach Neustrelitz, wo wir am 23.7. anlegten. Der Neustrelitzer Stadthafen ist neu ausgebaut und hat gute Steganlagen. Direkt am Hafen sind herrlich restaurierte Häuser mit guter Gastronomie. Die zahlreichen Tische vor den Lokalen laden förmlich zum verweilen ein. Man kann gut und preiswert essen, es darf auch ein leckeres Eis sein. Neustrelitz hat ca. 24.ooo Einwohner. Die Stadt wurde im barocken Stiel angelegt. Von einem großen Marktplatz, gehen sternförmig diverse. Straßen ab. Neustrelitz war einst Residenzstadt der Herzöge von Mecklemburg-Strelitz. Ein Besuch der Schlosskirche mit Schlossgarten ist sehenswert und sehr zu empfehlen. Diesen schönen Hafen werden wir in Zukunft immer wieder besuchen.
Am 25. 7. Haben wir Neustrelitz wieder verlassen, es ist kühl geworden und reichlich windig. Wir wollen noch einen Abstecher zum Labussee unternehmen. Die Zufahrt erfolgt über die Havel, die nur noch ca. 5 m breit ist. Sie führt durch reines Naturschutzgebiet. Laut Aussage des Schleusenwärters sind hier Seeadler, Eisvögel , Fischotter und Biber zu beobachten. Wasserfahrzeugen ist die Zufahrt zum See jedoch gestattet. Es ist von der Landschaft her eine wunderschöne Fahrt. Heute, bedingt durch den starken Wind, war reichlich Seegang auf dem See, zum Ankern nicht geeignet. Wir haben daher gleich wieder kehrt gemacht und sind nach Priepert zurückgefahren. Priepert liegt direkt an der Müritz-Hafel-Wasserstraße, der Hauptwasserstraße von der Müritz nach Berlin. Es herrscht hier sehr starker Sportbootverkehr in beide Richtungen. Wir reihten uns in die Karawane in Richtung Berlin ein . Über Fürstenberg ging es dann bis zum Stolpsee, dort haben wir uns in einer Bucht einen geschützten Ankerplatz gesucht. Der Wind hatte sich wieder gelegt, nach wie vor ist es warm und wir haben zweimal gebadet. Sind morgens gleich in den See gesprungen und haben unsere Runden ums Schiff gedreht. Anschließend ein kleines Sonnenbad auf dem Vordeck. Nach ausreichendem Frühstück fuhren wir nach Himmelpfort zum Wasser bunkern. Von Himmelpfort aus ging es in einen weiteren Nebenarm nach Lychen. Es ist wieder herrlich warm. Die Plane über dem Steuerstand haben wir während der Fahrt in Richtung Lychen weggenommen. um 12.30 Uhr wurde in einer geschützten Bucht der Anker geworfen und gleich gebadet. Nach der Mittagspause motorten wir weiter in den Ort Lychen und machten dort am Steg fest. Während der Lokalsuche zur Gaststätte „ Alte Mühle“, die uns am Hafen empfohlen wurde, kreuzten wir mit unseren Rädern, auf der Suche danach, durch den Ort. Plötzlich hatten wir uns aus den Augen verloren, in der Annahme, der eine folgte dem anderen, suchte jeder das Lokal. Christiane wurde fündig, merkte aber dann, dass Dieter gar nicht mehr hinter ihr war. Dieter merkte auch irgendwann, dass er allein war und fuhr zum Hafen um sein Handy zu holen um mit Christiane zu telefonieren, wo sie denn nun wieder steckte. Aber Christiane wartete nicht länger beim Lokal und machte sich auf die Suche nach Dieter, vergeblich. Sie fuhr dann auch zurück zum Schiff. Am Hafen trafen wir dann wieder aufeinander. Jeder meckerte mit dem anderen. Schließlich fuhren wir dann, diesmal gemeinsam, zum Lokal und vergaßen beim leckeren Abendessen den Streit. Am nächsten Tag wieder zurück zur Havel und weiter in Richtung Berlin. Hinter Bredereiche zweigt von der Havel der vierte Nebenarm zum Ort Templin ab. Auch dieser Nebenarm wurde von uns abgefahren. Wir machten am 29. 7. in Templin fest. Templin ist eine Stadt aus dem 13. Jahrhundert und wurde auf den Resten einer uralten wendischen Siedlung erbaut. Eine vollständig erhaltene Stadtmauer mit drei Tortürmen umschließt die Altstadt. Sehenswert ist das alte Rathaus (1750) und die 1749 im Barockstil erbaute Maria-Magdalenen-Kirche. Am Markt kann man heute noch das Flair der mittelalterlichen Kleinstadt genießen. Beim Schlachter dort haben wir gut und preiswert, für beide Portionen 6,50 €, an einem Stehtisch gegessen. Deshalb haben wir uns anschließend in der Eisdiele gegenüber ein leckeres Eis mit Sahne gegönnt. Nach dem Essen und Spaziergang ein Bad im See und dann eine Radtour entlang des Sees auf einem schmalen Waldweg. Hier fanden wir noch einmal eine einsame Badestelle und stiegen in den abendlich ruhigen See.
Am 30.7. haben wir Templin wieder verlassen und die Rückfahrt zur Havel angetreten. Nach einem Badestopp im Laukensee sind wir weiter nach Zehdenik gefahren. Hier wurde Proviant gebunkert, das Schiff gesäubert und die Betten wieder frisch bezogen, auch das muss sein. Am Abend war Fernsehen angesagt, wir hatten wieder DVBT-Empfang über den Sender Berlin. Am nächsten Tag weiter über den Vosskanal dann zur Oder-Havel-Wasserstraße, hier hatten wir wieder Berührung mit der Binnenschifffahrt. Das war der Grund weshalb wir vor der Schleuse Lehnitz von 13.00 bis 16.00 Uhr warten mussten. Die Berufsschifffahrt hat an den Schleusen grundsätzlich Vorfahrt vor den Sportbooten. Nach Passieren der Schleuse weiter nach Oranienburg. Dort vor dem Hotel „An der Havel“ fanden wir einen guten Liegeplatz. In der warmen Abendsonne im Garten eines griechischen Restaurants haben wir sehr gut gegessen.
Am 1. August ging es weiter über einen weiteren Nebenarm in die Ruppiner Gewässer. Die Zufahrt nach Neuruppin führt durch das Naturschutzgebiet. Die Wasserstraße ist ca. 5 m breit, beide Ufer sind dicht mit Schilf bewachsen. Es bleibt daher nur eine schmale Rinne von ca. 3 m Breite. Die Tiefe liegt hier bei ca. 1 m. Nur mit langsamer Fahrt kamen wir voran. Wie der Teufel es will, kommt uns ein Motorboot entgegen, jeder versucht eine kleine Lücke im Schilf zu finden um den anderen vorbei zu lassen. Das Motorboot vor uns fand eine Ausbuchtung, wartete dort auf uns, und wir konnten gefahrlos passieren. Um 17.30 Uhr in Neuruppin beim Segelklub am Auslegersteg festgemacht. Anschließend gleich ein Bad im Ruppiner See genossen. Neuruppin ist eine alte Garnisonsstadt. Geburtsort des Dichters Theodor Fontane und des Baumeisters Karl-Friedrich Schinkel. Abends im Segelklub auf der Terrasse gespeist. Am nächsten Tag Stadtbummel mit Besichtigungen. In Ruppin läuft eine Machbarkeitsstudie, die Ruppiner Gewässer mit den ca. 15 km entfernten Rheinsberger Gewässern für die Wassersportler zu erschließen, um den Tourismus dadurch zu beleben.
Am 3. 08. um 8.45 Uhr in Neuruppin abgelegt und wieder die verhältnismäßig lange Strecke nach Oranienburg zurück und dann weiter über den Oder-Havel-Kanal nach Niederneuendorf am Rande von Berlin. Hier legen wir schon die gesamten Jahre an. Ein Wiedersehen mit dem Hafenmeister und ein Klönschnack gehören dazu. Weiter ging es am nächsten Tag über den Tegeler See, einer der saubersten Seen Berlins , nach Tegel. Per Fahrrad in die Stadt gefahren und Stadtbummel unternommen. Es herrscht wieder das Flair der Großstadt mit seinen mit großen Bäumen begrenzten Straßen, Kaufhäusern und einer guten Gastronomie. Ein Stegnachbar aus Tegel machte uns darauf aufmerksam, wenn wir essen wollten, sollten wir in die „Blaue Lagune“ am Beginn der Fußgängerzone gehen. Gemacht und getan, der Tipp war richtig, uns hat es dort draußen unter Bäumen gut geschmeckt und es war preiswert.
Am 6.8. gegen 9.30 Uhr haben wir Tegel verlassen und sind zum Pichelsee gefahren, ein kleiner See, dem Eingang zum Wannsee vorgelagert. Von dort ist AWN nicht weit. Mit dem Fahrrad dorthin und endlich ein Paddel fürs Schlauchboot nachgekauft. Wir hatten eins auf der Müritz verloren aber bisher in keinem Ort nachkaufen können. Nun war das Schlauchboot endlich wieder einsatzbereit. Dann weiter auf dem Wannsee zur Pfaueninsel , wo wir ankerten und badeten. Gegen Nachmittag bezog sich der Himmel und es folgte ein Sturzregen, der so heftig war, dass die Sicht gleich null war. Als der Regen etwas nachließ, Anker auf und zum Berliner Yachtclubs, gleich neben dem Wannseebad, festgemacht. Am nächsten Tag über den Wannsee nach Potsdam , wo wir am 7. 8. Im Yachthafen Tiefensee festmachten. Von hier ist die belebte Fußgängerzone sowie das Schloss Sanssouci mit seiner gewaltigen Parkanlage mit dem Fahrrad gut zu erreichen. Wir hielten uns zwei Tage auf. Dann über Caputh weiter nach Werder und weiter nach Brandenburg, wo wir am 12.8. ankamen.
Am 14. 8. im Regen weiter von Brandenburg nach Genthin. Aus den Nachrichten hörten wir, dass die Elbe Hochwasser führt, es hatte in Tschechien tagelang geregnet. Durch Telefonat mit der Schleuse Dömitz, deren Telefon-Nr. ich im Handy eingespeichert hatte, erfuhr ich den dortigen Wasserstand von 3,75 m . Das ist verdammt viel für diesen Bereich. Von Genthin am 15.8. abgelegt und zur Schleuse Parey, um auf die Elbe zu kommen. Die Schleuse Parey zeigte uns 2 rote Lichter in lotrechter Anordnung, das heißt, die Schleuse ist nicht passierbar. In einem Anruf per Funk erfuhren wir, dass die Elbe bereits einen Wasserstand erreicht hat der eine Schleusung unmöglich macht. Das Wasser der Elbe war höher als der Wasserstand auf dem Elbe-Havel-Kanal. Notgedrungen mussten wir einen Umweg von 25 km zur nächsten Schleuse Niegripp machen. Hier konnten wir schleusen. Die Elbe führte ein solches Hochwasser, das wir noch nicht erlebt hatten. Die Fahrrinne war nicht mehr zu erkennen, die Deiche baten auch keine Orientierung, weil sie weit vom Flussbett entfernt liegen. Nur ab und zu sahen wir Tonnen, die unsere einzige Orientierung waren. Auf der Elbe weiter bis Tangermünde. Hier war die Spundwand des Hafens schon unter Wasser. Am Steg des Segelvereins um 17.30 Uhr festgemacht. Die Brücke von der Steganlage war schon überflutet. Mit Paletten und Bohlen hatte man einen Landgang ermöglicht. So kamen wir zum Clubhaus und konnten Schnitzel mit Bratkartoffel essen.
Tangermünde hat die bedeutendste Höhenburg Nord-Deutschlands . Die Stadt mit ihren über 30 Türmen ist Ziel vieler Störche. Die meisten Türme wurden mit Storchennestern belegt. Die vielen Störche waren mit ihrem Geklapper nicht zu überhören. Die Altstadt wird von einer fast vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben. Drei imposante Stadttore und zahlreiche Wehrtürme zeugen vom einstigen Reichtum der ehemaligen Hansestadt. Ein Bummel durch die Altstadt mit ihren schönen Fachwerkhäusern ist ein Erlebnis .
Am 17. 8. Haben wir Tangermünde mit reichlich Strom von ca. 2,5 sm elbabwärts wieder verlassen. Über Wittenberge, Dömitz, Bleckede, City-Hafen Hamburg ging es dann wieder zurück nach Stadersand, wo wir am 22. 8. Gegen 16.00 Uhr anlegten. Mit 698 sm und 132 Betriebsstunden hatten wir dieses Jahr einen sehr sonnigen, schönen Urlaub.
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Letzte Aktualisierung ( 25.01.2011 )
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