Start bis Swinoujscie (Zwinemünde)
Wir starteten zu Pfingsten 2005 am Sonntag, 15. Mai mit den Enkelkindern Birger und Torge an Bord. Durch den Kielkanal, über Fehmarn ging es nach Greifswald. Mit 2-wöchiger Unterbrechung segelten wir am Sonnabend, 11. Juni, auf den Greifswalder Bodden hinaus in Richtung Polen. Da wir wegen des günstigen Windes W 5-6 schon am frühen Nachmittag vor dem Inselhafen der Insel Ruden waren, beschlossen wir, entlang der Küste von Usedom bis Swinoujscie (Zwinemünde) weiter zu segeln. Vor der Odermündung - noch auf See - riefen wir über die UKW-Kanäle 9, 10 oder 12 (siehe Hafenhandbuch) die „Portcontrol" sowie die „Borderguard" an und meldeten unsere Ankunft. Dieses Verfahren ist für alle Seehäfen in den ehemaligen Ostblockstaaten obligatorisch! Die Gespräche laufen ohne Komplikationen freundlich und in englischer Sprache.
Ein kurzer Stopp am Zollanleger am Ostufer des Oderkanals ist immer ein unangenehmer Akt, liegt man doch ungeschützt im Schwell der vorüberfahrenden Schiffe an einer Betonpier auf alten Autoreifen. Die Abfertigung war schnell und problemlos. Man prüfte die Pässe, erstellte eine „Crewlist" und fragte nach „woher" und „wohin". Die „Crewlist" ist noch immer das wichtigste Formular, das man vorbereitet und in mehreren Exemplaren an Bord haben muss. Eigentlich sollten diese Formalitäten in Ländern Europas überflüssig sein, aber dem ist noch nicht so. Das Anlaufen einer Zollstelle ist glücklicherweise nur beim Ein- und Auslaufen eines Grenzhafens erforderlich, dazwischen genügen Funkkontakte.
Unter Motor fahren wir in die neue Marina am Westufer des Oderkanals ein. Vor einigen Jahren hatten wir auf einer Tour mit den Bordfahrrädern von Albeck kommend das Gelände besichtigen können. Damals war es noch ein trostloser Industriehafen. Jetzt bieten moderne Steganlagen und freundlicher Service den ankommenden Seglern ruhige und sichere Liegemöglichkeiten in mitten von Grünanlagen. Die Sanitäranlagen sind derzeit noch in Containern untergebracht, man nutzt jedoch renovierte Lagergebäude für kleinere Läden und Restaurants.
Den Sonntag nutzten wir als Hafentag. Wir durchstreiften die Stadt, besichtigten die Kirche und genossen ein klangvolles Gospelkonzert eines Stettiner Chores. Mit einem Restaurantbesuch in der Nähe des Hafens ließen wir den anstrengend schönen Tag ausklingen. Da die Speisen und Getränke in den Restaurants der Ostländer für uns besonders preisgünstig sind, blieb die Bordküche kalt. Die Bordfrau war besonders glücklich und die kleine Bordkasse hat kaum gelitten.